Leseproben
Geschichten beginnen nicht mit großen Gesten.
Sie beginnen mit einem Moment, der kippt.
Hier findest du Auszüge aus meinen Romanprojekten –
Szenen, in denen Realität und Fantasie aufeinandertreffen.
Figuren, die Entscheidungen treffen müssen.
Worte, die bleiben wollen.
Nimm dir Zeit.
Und tritt ein.
I. Der Moment des Kippens
Als die Welt leise Risse bekam
Eine Entscheidung, die niemand zurücknehmen kann.
Der Moment, in dem alles kippte
Der Druck hinter Eriks Ohr wurde stärker.
Wie ein unsichtbarer Finger, der langsam zudrückte.
Er drehte sich zu Hajo.
„Was zum Teufel ist das?“
„Ich hab so ’ne Ahnung.“
„Der dämliche Selbstmordattentäter?“
Hajo sah ihn nur an. „War wohl doch nicht so dämlich. Die haben uns beim Einsatz verarscht.“
Erik spürte, wie ihm die Luft knapper wurde. „Lass uns den Stabsoffizier fragen.“
„Schaden kann’s nicht. Ich glaub nur nicht, dass er uns was sagt.“
Gegen jede Wahrscheinlichkeit wurden sie durchgelassen.
Der Stabsoffizier stand hinter seinem Schreibtisch. In der Hand ein Cognacglas.
Mit der anderen fuhr er sich immer wieder durch die wenigen Haare.
Er sah sie lange an.
„Ich mache es kurz. Inzwischen ist es bestätigt:
Ihr zwei seid die einzigen Überlebenden des Syrien-Einsatzes.“
Erik schluckte.
Sein Schädel schien von innen zu bersten.
„Was ist passiert?“
Der Offizier stellte das Glas ab.
„Die Syrer haben zusätzlich eine Biowaffe eingesetzt. Von der wussten nur die Amerikaner. Absolute Geheimhaltung. Absolute Sicherheit.“
Er lachte trocken.
„Der Attentäter wusste es offenbar auch. In dem Lkw, mit dem er sich in die Luft gesprengt hat, waren die Virusbehälter.“
Hajos Stimme zitterte. „Was für ein Virus?“
„Ein künstlich mutiertes Masern-Virus. Kein Gegenmittel. Keine Impfung.“
Stille.
„Welche Gebiete sind betroffen?“, fragte Hajo.
„Ausgenommen Russland, Australien und China – überall.“
Erik starrte ihn an. „Überall?“
Der Offizier nickte. „Wir haben Order, betroffene Orte vollständig zu säubern.“
Das Wort hing im Raum.
Säubern.
„Das ist nicht Ihr Ernst.“
„Doch.“
Er sah sie prüfend an.
„Da Sie beide erwiesenermaßen immun sind, werden Sie die Säuberungsaktionen leiten.“
Eriks Brust zog sich zusammen.
„Auf keinen Fall.“
Hajo hingegen wurde ruhiger. Gefährlich ruhig.
„Ist dieser Befehl weltweit angeordnet?“
„Ja. Nur so kann es funktionieren. In einer Stunde erhalten Sie weitere Instruktionen. Abtreten.“
Auf dem Weg zurück redete Hajo ohne Pause.
„Verdammt, kapierst du es nicht? Der Irre hat die ganze Welt ins Wanken gebracht. Wir haben jetzt die Chance, das zu stoppen.“
Erik blieb stehen. „Indem du Familien tötest? Kinder?“
„Vielleicht rette ich meine Familie dadurch!“ Hajos Stimme brach fast. „Ich brauch dich dabei. Du bist der Einzige, auf den ich mich verlassen kann. Wie oft hab ich dir den Arsch gerettet?“
„Oft genug.“
„Dann steh jetzt zu mir.“
Erik sah ihn an. Lange.
„Ich werde nicht losziehen und Kinder töten.“
Hajos Gesicht verhärtete sich. „Wenn meiner Familie etwas passiert, wirst du schuld sein.“
Ein Schlag.
Härter als jede Explosion.
Erik senkte den Blick. „Tut mir leid.“
Er drehte sich um.
Özdems Dojo lag verlassen da.
Staub auf den Matten. Stille.
Hinter der Koreaflagge fand er das Versteck.
Ein Foto.
Eine Adresse.
Vielleicht war sein Freund dort.
Vielleicht gab es noch einen anderen Weg.
Er verließ das Gebäude durch den Hinterausgang.
Ging am Shamrock vorbei.
Raus aus dem Lager.
Rein in den Wald.
Und ging.
Und ging.
Und ging.
Niemand hielt ihn auf.
Nicht einmal, als er sein gewohntes Leben hinter sich ließ.
Die Figur im Konflikt
Zwischen Pflicht und Hoffnung
Nicht jede Wahl fühlt sich richtig an – auch wenn sie notwendig ist.
Zwischen Stadt und Horde
Bis zum nächsten Morgen blieb das Lager still.
Kurz nach Sonnenaufgang war es verlassen – und ich auf dem Rückweg zu meinen Gefährten.
Unterwegs fing ich mir ein paar fette Mäuse.
Am helllichten Tag rechneten die Nager nicht mit mir.
Durch Odin wusste ich, dass mein Team noch auf dem Gehöft war.
Als ich ankam, saßen sie beim Mittagessen zusammen.
„Wir sind eure einzige Chance“, erklärte Erik gerade. „Mit uns schafft ihr es bis zur nächsten Stadt. Alleine wird euch die erste Rokhorde erledigen.“
Der alte Mann sackte in sich zusammen. „Ich weiß.“
Erik nickte knapp. „Jetzt, da unser Kundschafter zurück ist, können wir den Roks ausweichen.“
„Euer wer?“
„Der Kauz. Unsere Augen und Ohren.“
Unwillkürlich plusterte sich mein Gefieder.
„Gut“, sagte der Alte. „Helen, pack noch Essen ein. Wir brechen sofort auf. Zwei Tage bis Nürnberg.“
Fünfzehn Minuten später waren wir unterwegs.
Leicht südlich. Nicht mehr direkt hinter Hajo.
Erik spürte den Zeitverlust wie einen Splitter unter der Haut.
Doch er ließ die Familie nicht zurück.
Der erste Tag verging ruhig. Zu ruhig.
Am zweiten wurde seine Stimmung dunkler.
Kurz vor Nürnberg entdeckte ich sie.
Eine große Horde Roks.
Zwischen uns und der Stadt.
Erik entschied, die Stadt zu umgehen. Zwei weitere Stunden verloren.
Giada atmete hörbar aus – sie hatte befürchtet, er würde sich blind durchkämpfen.
Die Sonne brannte. Meine Augen tränten.
Ich war so mit meinem Elend beschäftigt, dass ich beinahe eine kleinere Rokgruppe übersehen hätte.
Zurück bei den anderen hörte ich Erik sagen:
„Wir kämpfen uns durch. Ich vergeude keine Zeit mehr.“
Odins tiefes Grollen klang wie Zustimmung.
„Dann von zwei Seiten“, sagte Giada ruhig. „Kein unnötiges Risiko.“
Erik nickte. „Giada links. Ich rechts. Odin frontal. Zach – keine Überraschungen.“
Mit dem letzten Wort war er schon verschwunden.
Giada glitt lautlos ins Unterholz.
Anmut gegen rohe Kraft.
Odin war einfach – weg.
Ich stieg auf.
Die Roks hatten keine Chance.
Wie ein rammbockender Truck krachte Erik in ihre Flanke.
Giadas Schwert begann zu singen – leise, klar. Die Runen auf der Klinge glühten auf, als sie die ersten Köpfe von missgebildeten Schultern trennte.
Vier Mutanten stellten sich Rücken an Rücken.
Dann kam Odin.
Eine Naturgewalt.
Unterhalb der erhobenen Waffen waren sie schutzlos.
Als Erik und Giada eingreifen wollten, waren die Körper bereits zerrissen.
Ich zog Kreise am Himmel.
Keine weiteren Bewegungen.
Wir kehrten zur Familie zurück.
Wenig Worte. Keine Erleichterung.
„Such Menschen“, befahl Odin mir.
Mit einem innerlichen Seufzen flog ich los.
Zwischen den Häusern von Nürnberg roch es nach Staub und Verlassenheit.
Nahe einer großen Kirche entdeckte ich mehrere bewohnte Häuser.
Odin rief mich sofort zurück.
Er würde Erik zeigen, wo sie waren.
Auf dem Rückflug gönnte ich mir dennoch zwei Mäuse.
Hungrig denkt es sich schlecht.
Als ich zurückkam, war die Familie bereits auf dem Weg in die Stadt.
Und wir folgten.
Die Welt im Hintergrund
Wo Realität nicht mehr eindeutig ist
Manchmal ist es nicht das Offensichtliche, das uns verändert.
Verführung im Geäst
„Kommst du?“
Lea drängte.
Ich beschleunigte sofort und jagte in vollem Tempo hinter ihr her.
Auf keinen Fall sollte sie denken, ich sei eine lahme Ente.
An ihrem Bau angekommen, bremste sie abrupt.
„Ich hab noch Hunger, Zach. Fängst du mir ein paar Mäuse?“
Dabei schmiegte sie sich eng an mich.
Eine Stunde später brachte ich ihr sieben.
Sie ließ mich in ihr Nest.
Frustriert sah ich sie an – da lag meine Lea bereits zusammengerollt, tief und fest schlafend.
Ich kuschelte mich dicht an sie.
Schnell schlief auch ich ein.
Als ich aufwachte, durchzuckte mich ein stechender Schmerz im Kopf.
Für einen Moment schien Lea vor meinen Augen zu flimmern.
Egal.
Ich war glücklich.
Als sie aufwachte, fragte sie wieder nach Futter.
Natürlich flog ich los.
Maus um Maus endete in meinen Krallen.
Die Haselmauspopulation stand kurz vor dem Zusammenbruch.
Erst als ich völlig erschöpft war, gab sie sich zufrieden.
Jetzt war mir nach einer Belohnung.
Trotz schmerzender Flügel begann ich zu balzen.
Und wieder: nichts.
Satt und zufrieden zeigte sie mir die kalte Schulter.
So ging es den ganzen Tag.
Ich ließ mich nicht entmutigen.
Manche Weibchen brauchten eben länger.
Zur Dämmerung wollte ich mich erneut an sie schmiegen.
Da schrie sie plötzlich auf.
Alles begann zu flimmern.
„Lea?“
Ihre Konturen verschwammen. Ihr Körper verformte sich.
Panik krallte sich in meine Brust.
„Lea! Was ist mit dir?“
Ihre Schreie wurden schriller.
„Zach!“, dröhnte es plötzlich in meinem Kopf. „Komm zu dir!“
„Was—?“
„Zach!“
Mein Schädel fühlte sich an, als würde er bersten.
Und Lea—
Lea sah aus wie der verdammte Feuervogel.
Nur kleiner.
„Lea!“
„Das ist nicht Lea!“
Wieder diese Stimme.
Ich schlug meinen Kopf gegen den Ast. Taumelte.
Doch die Stimme blieb.
„Komm endlich zu dir, Zach, verfluchter Vogel!“
„Lass mich in Ruhe, Odin!“
Odin?
Wo kam der Hund her?
Und Lea—
„Endlich“, knurrte Odin in meinem Kopf. „Deine kleine Freundin war nie hier. Was da im Nest sitzt, ist das Junge des Feuervogels. Und du fütterst es die ganze Zeit.“
Ich blinzelte.
Vor mir saß tatsächlich ein kleiner Feuervogel.
Unter mir hatten sich meine Gefährten versammelt.
Odin stand auf dem Rücken des ausgewachsenen Feuervogels, der benommen wirkte. An seinem Schädel wuchs eine ordentliche Beule.
Giada ließ grinsend eine selbstgebaute Schleuder um ihr Handgelenk kreisen.
„Was ist mit mir passiert?“, fragte ich.
„Gedankenmanipulation“, sagte Odin trocken. „Das Vieh hat dich benutzt, damit du seine Brut durchfütterst. Hatte ich dich nicht gewarnt?“
Mir wurde kalt unter dem Gefieder.
Ich hatte es für Liebe gehalten.
Ein offener Schnitt
Und dann geschah etwas, das niemand erwartet hatte
Hier endet die Leseprobe.
Nicht die Geschichte.
Wenn selbst der Boden bebt
Odin stand in der Mitte der Halle.
Maximale Bewegungsfreiheit.
Erik hielt sein Schwert bereit.
Die Roks stürmten nicht.
Sie kreisten.
Diszipliniert.
Mit Abstand.
Odin duckte sich zum Sprung.
Zu spät.
Die Roks auf seiner Seite sprangen auseinander – und entfalteten ein Stahlnetz. Es senkte sich über ihn, schwer und kalt. Sofort warfen sie ihr Gewicht auf die Ränder und verhakten es in im Boden eingelassenen Haken.
Odins Wut explodierte in meinem Kopf.
Er schüttelte sich.
Roks flogen zur Seite.
Doch das Netz hielt.
Ragur trat vor.
Massiv. Unbeeindruckt.
Seine Leute zogen das Netz straffer.
Odin tobte.
Vergeblich.
Ragur hob sein grobes Schwert.
Mit beiden Händen.
Er ließ es fallen.
Metall krachte auf Metall.
In letzter Sekunde hatte Erik sich dazwischengeworfen. Der Hieb prellte ihm fast die Waffe aus der Hand.
Ragur brüllte.
Sein nächster Schlag kam schneller.
Erik wich zurück. Lockte ihn fort.
Weg von Odin.
Ragur folgte – blind vor Raserei.
Auf der anderen Seite kämpfte sich Giada vor.
Die Runen ihres Schwertes brannten jetzt gleißend hell.
Zum ersten Mal sah ich Waffe und Kriegerin vollkommen vereint.
Sie war nicht schnell.
Sie war ein Sturm.
Doch diese Roks waren anders.
Sie hielten Formation.
Giada stieß vor – tötete – zog sich zurück.
Lichtblitze. Metall. Blut.
Nur ein gefallener Rok.
Noch einer.
Ihre Taktik ging auf.
Für einen Moment vergaßen die Roks das Netz.
Das zusätzliche Gewicht verschwand.
Odin riss sich frei.
Der Laut, den er ausstieß, ließ selbst mich erstarren.
Fast zeitgleich antwortete Erik mit einem ähnlichen Schrei.
Dann zerbarst die Falltür.
Zwanzig weitere Roks fluteten den Raum.
Triumphgeschrei.
Es dauerte nicht lange.
Das Geschrei verwandelte sich in Schmerz.
Odin war entfesselt.
Kaum eine Minute später lagen nur noch blutige Reste auf dem Steinboden.
Erik kämpfte noch.
Ragur.
Einer von Ragurs Kriegern hatte Erik quer über den Rücken aufgeschlitzt.
Der Rok lag jetzt kopflos da.
Erik blutete stark.
Ich stieß herab, suchte eine Lücke für meine Krallen.
Keine Chance.
Die Schwerter wirbelten zu schnell.
Gelbes Licht glomm in Eriks Augen.
Er lächelte.
Mit jeder Sekunde wurden seine Hiebe härter. Wilder.
Er hätte längst zusammenbrechen müssen.
Ragur schlug ihm das Schwert aus der Hand.
Metall klirrte über den Boden.
Das gelbe Licht in Eriks Augen begann zu brennen.
Ragur hob seine Waffe.
Zum tödlichen Schlag.
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